Im Widerschein des Krieges! Nachdenken über die Bedeutung des 8./9. Mai und über Russland

Diesmal begrüßen wir Gerd Koenen, der mit uns neu über Russland nachdenken will. Er beschreibt, wie Putins Russland den 2014 begonnenen, 2022 erweiterten Krieg zur Zerschlagung der Ukraine
als einen neuen Vaterländischen Krieg zur Ausrottung des „Nazismus“ erklärt, so wie den von 1941.

Währenddessen vertritt Putin nach innen wie nach außen Ideen und Politiken, die faschistischer ebenso wie stalinistischer oder auch zaristischer Tradition entstammen. So preist er Russland im
Verein mit seinen nächsten Verbündeten China, Nordkorea und Iran als eine Bastion des Widerstands gegen „globalistische“ Dekadenz, Auflösung der traditionellen Lebensordnungen, Feminisierung und Homosexualisierung etc. an.

Putin wolle aus dem – notfalls endlos geführten – Krieg gegen die Ukraine und letztlich gegen Europa eine neue männlich-kriegerische Elite züchten, die – so Koenen – ihren historischen „Lebensraum“ wiedererobern und das objektiv schwache Russland in einer geopolitisch umkämpften Welt noch einmal als Weltmacht etablieren kann, so wie die UdSSR mit dem Sieg über Hitler-Deutschland im Mai 1945.

Koenen fragt, was Putin antreibt. Ist es Irrsinn? Wie lässt sich erklären, dass die Masse der russischen Bevölkerung ihm auf diesem Weg ins historische Niemandsland folgt, der auf lange Sicht in Selbstzerstörung münden wird?

Nicht nur in der putinistischen Propaganda dreht sich vieles um das magische Datum des 8. beziehungsweise 9. Mai 1945, sondern auch auf deutscher, auf europäischer und globaler Ebene.
Was genau beinhaltet dieses Datum? Und was für Lehren hätten wir daraus zu ziehen?

Weiter geht es darum, was zur Magie dieses historischen Sieges von 1945 beitrug. Das war ja auch der Mythos der „Großen Russischen Oktoberrevolution“, die in die 1968er Jahre einiger von uns
noch hineingeleuchtet hat . Was die Frage nur umso dringlicher macht: Welchen historischen Weg Russland seither gegangen ist – von 1917 über 1945 bis 1989 und heute? Und warum sind diesem Mythos so viele gefolgt, und tun es manche immer noch.

Gerd Koenen ist außerakademischer Historiker und Autor einer Reihe von Sachbüchern, darunter:
„Das rote Jahrzehnt – unsere kleine deutsche Kulturrevolution 196-1977“ (2001); der „Russland-Komplex. Die Deutschen und der Osten“ (2005; Neuaufl. 2023); „Die Farbe Rot. Ursprünge und Geschichte des Kommunismus“ (2017); und „Im Widerschein des Krieges – Nachdenken über Russland (2023).

Das alles findet statt am 8. Mai um 19 h in der Gastwirtschaft Schulz in 29451 Groß Heide (Dannenberg), Heider Chaussee 12.

Es freuen sich auf Euch/auf Sie
Die Archivfrauen Antje Busse, Monika Eckoldt, Nina El Karsheh, Dr. Sibylle Plogstedt
Mit dabei: Dr. Cora Titz, Regine Smith Thyme.
Kontakt: Dr. Sibylle Plogstedt, Heider Chaussee 7, 29451 Dannenberg, Tel: 05861-9867575, Mail: splogstedt@t-online.de

Wann?

08.Mai 2026 | 19:00 Uhr

Wo?

Gastwirtschaft Schulz 29451 Groß Heide (Dannenberg) Heider Chaussee 12.