Trump-Trump-Trump!
Bastian Hermisson
Mal will der US-Präsident Canada einnehmen, mal Grönland. Venezuela hat gezeigt, dass solch ein Eingriff durchaus blutig ablaufen kann. Und der Iran jetzt erst recht. Was wollen die USA wirklich? Steht der alte Imperialismus wieder auf der Tagesordnung? Werden Demonstranten wie 1968 wieder skandieren USA – SA - SS?
Bastian Hermisson war von 2015-2022 Leiter der Heinrich-Böll-Stiftung in Washington. Er beobachtet die Entwicklung in Amerika besonders aufmerksam. Von der rassistischen Politik des US-Präsidenten ist er direkt betroffen. Seine Frau ist Amerikanerin, beider Kinder sind Doppelstaatler.
Schon bei der ersten Wahl von Donald Trump charakterisierte Hermisson ihn als „autoritären Sexisten“, als „rassistischen Demagogen“, als „unerträglichen Narzissten“ und sprach von „einem Mann, der keine Werte kennt“ und „für die Demokratie und ihre Institution nur Verachtung übrighat“. Hermisson warnte alle, die hofften, es werde „schon nicht so schlimm kommen“: „Wacht auf!“, rief er den Grünen auf einer Delegiertenkonferenz zu. Die „wachsende Schere zwischen Arm und Reich“ habe der „steigenden Wut auf das etablierte politische System in den USA beigetragen. Moralische Überheblichkeit der Eliten dazu beigetragen, dass auch bei uns die Verhältnisse kippen."
Die Frage stellt sich: Ist der Westen am Ende? Wieviel Zeit bleibt ihm noch? Bisher ist die Demokratie in den USA nicht gekippt, aber in einigen Bereichen wankt sie und kämpft um ihr Überleben. An der Diskussion um Grönland haben wir selbst merken können, wie stark wir bereits um die Stabilität der regelbasierten Weltordnung bangen, um die Stabilität unserer Demokratien. Und dabei immer weniger auf den Krieg in der Ukraine schauen, der mit der Kälte als Waffe an Härte zunahm.
Heute ist Bastian Hermisson in der Heinrich-Böll-Stiftung zuständig für den Bereich Inland, also auch für das Thema Wahlen und Demokratie bei uns. Wir hoffen auf eine spannende Diskussion.
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